Lebenswert . Leben . Lernen

             Die Illusion von der Willensfreiheit    Gefühle bestimmen, was wir wollen


Und nach der "Erinnerung" kam doch prompt eine Antwort. Man lese und staune -  insbesondere über den Inhalt. Die ursprünglich großspurig angekündigte Gesprächsbereitschaft scheit sich als heiße Luft zu entpuppen. Und Herr Hülshörster bzw. die Stadtspitze hat es doch tatsächlich geschaft, aus meiner Stellungnahme und dem Leserbrief herauszulesen, dass ich mich selbst zu den Gegnern eines Rechtsstaates zähle. Rechtsanwälte sind ja bekannt dafür, dass sie einem das Wort im Munde herumdrehen können. Aber jetzt sogar das geschriebene Wort umdrehen? - Sehr beachtlich. Wäre was für die Sendung "Wetten das", finde ich.


Gerne den Text weiter verbreiten. Ist öffentlich.

 




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Von: huelshoerster@hrh-anwaelte.de
Gesendet: Dienstag, 25. Januar 2022 09:05
An: 'Heinz Meyer'; GWieland@montabaur.de
Cc: gerdfrink@gmx.de; huelshoerster@hrh-anwaelte.de.;
christof.frensch@gmail.com; shalinnormann@gmx.de; thomas.selbach@gmx.de; 'Harald E. Birr'
Betreff: AW: Gemeinsamen Stellungnahme "Stadtspitze distanziert sich von "Spaziergängen"
Sehr geehrter Herr Meyer,
bezugnehmend auf Ihr Schreiben vom 10.01.2022 teile ich Ihnen im Namen aller im Stadtrat vertretenen Fraktionen und im Namen der Stadtbürgermeisterin mit, dass wir ein öffentliches Gespräch mit Ihnen für nicht weiter zielführend halten. Ihre Stellungnahme kann so stehen bleiben, das ist das Wesen einer Gegendarstellung. Wir haben unsere Meinung kundgetan und Sie die Ihre. Dabei kann es bleiben.
Unsere Argumentation zum Thema Corona-Pandemie beruht explizit auf einem überwältigenden Konsens weltweiter wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ihre Auffassungen stehen dazu in diametralem Gegensatz. Der Austausch aller Argumente hierzu findet seit zwei Jahren umfangreich medial statt. Dem haben wir nichts hinzuzufügen.
Demonstrationen als elementarer Bestandteil einer demokratischen Meinungsbildung sind bei Einhaltung rechtlicher Spielregeln natürlich auch in Montabaur möglich. Als gewählte Volksvertreter auf der kommunalen Ebene verstehen wir uns als das Fundament des demokratischen Rechtsstaates. Ganz entschieden verwahren wir uns dagegen, dass die Gegner dieses Rechtsstaates, zu denen Sie sich ganz offensichtlich auch selbst zählen, unser fundamentaldemokratisches Handeln in einen Zusammenhang stellen wollen mit den unmoralischen, verwerflichen und rechtswidrigen Gräueltaten der Nazidiktatur. Das hat mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“, das können Sie nicht nur bei Rosa Luxemburg nachlesen, sondern auch bei Reinhard Kardinal Marx in dessen letzter Publikation. Diese Freiheit des Andersdenkens gestehen wir Ihnen zu, schließlich können Sie genau deshalb montags „spazierengehen“. Gestehen Sie aber auch uns das Andersdenken zu!
Mit freundlichen Grüßen
Peter Hülshörster